Klimaschutz ist mir sehr wichtig. Doch im Alltag ist es nicht immer einfach, klimafreundliche Entscheidungen zu fällen.
An dieser Stelle möchte ich Denkanstöße geben, wenn mir etwas auffällt.
Und ja es kann sein, dass es sich auch mal widerspricht, das dokumentiert die Lernprozesse, durch die das Thema Klimaschutz auch bei mir geht.

Wenn Klimaschutz so wichtig ist, warum tun wir dann so wenig dafür?
Dritter Versuch der Erklärung.

Lange Jahre war das politische Bemühen, um das Verhalten von Menschen zu verändern, darauf ausgelegt, dass wir Menschen uns verändern. Doch das werden wir nicht (siehe bis 12.08.19 "Unser Gehirn im Zwiespalt - Zwischen Intuition und Logik", Zusammenfassung am Min. 50:25).

Wir Menschen sind, wie wir sind. Wir machen Fehler.

Diese Fehler sind nicht zufällig, sondern systematisch. Für diese Erkenntnis hat Kahneman 2002 den Nobelpreis bekommen.

Doch was hilft?

Wir haben deutlich bessere Karten den Klimawandel aufzuhalten, wenn es uns gelingt, unsere Umfeld so zu gestalten, dass es klimaverträgliches Handeln unterstützt.

Wenn ich entschieden habe, keine Schokolade mehr zu essen, dann versuche ich ja auch, möglichst wenig an Schokolade zu denken und lege sie mir nicht ganz vorne in den Kühlschrank. Da habe ich dann vielleicht Obst oder Joghurt liegen.

Mit dem CO2 ist es ähnlich. Mir hat es geholfen, mir erst mal einen Überblick über meine CO2 Bilanz zu verschaffen, zu verstehen, welche Entscheidung viel CO2 freisetzt und welche weniger. Wo ist es aufwendiger CO2 freundliche Alternativen zu finden und wo ist sehr leicht?

Das Ergebnis ist die Systematik des Klimasofas.

Und weil es hilfreich ist, sich bei der Verfolgung eines Ziele auszutauschen, heißt es auch climate couching.

Wer Interesse hat zu erfahren, wie das konkret für mich und meine Familie funktioniert und wie meine Erfahrungen damit aussehen, der lade mich auf einen Kaffee in Berlin Wilhelsmruh ein.

Oder wir finden einen anderen Weg zueinander.

Hilfreich ist es, wenn alle mitmachen und das möglichst wirkungsvoll. Das sind wir unseren Kindern schuldig und uns selbst.

09.08.2019

Mikrokredite für die Länder des Südens –klimafreundliche Geldanlagen

Geld regiert die Welt –das wollen die meisten gar nicht, unterstützen es aber oft unfreiwillig. Eine der wichtigsten Hebel die Welt zu steuern oder zu ändern sind Geldanlagen. Die meisten Menschen wollen mit ihren Geldanlagen etwas vernünftiges, z.B. Rücklagen bilden fürs Alter, oder für ihre Kinder. Wer Geld in Aktien, Unternehmensanleihen oder entsprechenden Fonds anlegt nimmt in Kauf dass dadurch enorme Klimaschäden entstehen können.

Eine Anlage von 10.000 Euro kann z.B. mit 5 Tonnen Kohlendioxid zu Buche schlagen. Selbst nachhaltige Fonds ethisch-ökologischer Ausrichtung weisen oft eine sogar schlechtere Klimabilanz auf als manche konventionelle Fonds.

Eine oft übersehene Alternative sind Mikrokredite in den Ländern des Südens. Die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern brauchen vor allem eine Perspektive für ein menschenwürdiges Leben für sich und ihre Kinder. Mikrokredite können dafür eine entscheidende Hilfe sein. Sie bedeuten Mittel um z.B. Brunnen zu bauen, Saatgut zu kaufen, Webstühle, Solaranlagen oder Transportmittel zu finanzieren. Die ganz überwiegend durch Landwirtschaft und Handarbeit geprägten Produktionsweisen im Süden führen im Gegensatz zu industriellen Methoden zu einer nachhaltigen Minderung der Klimabelastung - das beginnt schon mit der Umstellung auf moderne Kochherde. Genossenschaften wie Oikocredit vergeben seit Jahrzehnten Kredite an meist an kleine Kooperativen, ganz überwiegend Frauen, und vermeiden Zahlungen über häufig korrupte Regierungen. Die Kreditnehmer zahlen nicht nur Zinsen, sondern die Schulden zu weit über 95% zurück. Kommerzielle Banken können von solchen Quoten nur träumen, und belasten die Geldgeber mit entsprechenden Kosten. Rückzahlquoten von häufig über 99% sind möglich weil die Kreditnehmer von landeskundigen Spezialisten unterstützt und beraten werden bei Projekten, welche nicht nur sozial sondern auch ökonomisch nachhaltig sind. Daher sind solche Anlagen auch wertbeständiger als viele kommerzielle Anlagen, bei Oikocredit ist der Wert der Anteile seit über 30 Jahren gleich geblieben, und die Anleger haben in den meisten Jahren 2 % Dividenden pro Jahr erhalten.

Wir haben selber gute Erfahrungen mit solchen Anlagen gemacht. Als wir vor etwa 30 Jahren geerbte Beträge anlegen wollten haben wir außer Oikocredit auch ein paar nachhaltige („grüne“) Aktienfonds gewählt. Mit den Aktienfonds haben wir viel Geld verloren. Von Oikocredit gab es dagegen die ganzen Jahre 2% Dividende (nur dreimal 1%). Es war für uns nicht nur die sinnvollste, sondern auch die finanziell sicherste Anlage. Vor ein paar Jahren mussten wir krankheitshalber ein behindertengerechtes Haus bauen, und benötigten von Oikocredit über hundertausend Euro zurück – sie wurden anstandslos ausbezahlt.

12.06.2019

Menschen und Intelligenz und Rationalität

Die menschliche Intelligenz hat weniger mit Rationalität zu tun, als wir uns das bis Ende des letzten Jahrtausends vorgestellt haben.

Um die Jahrtausendwende herum waren die Geisteswissenschaften so weit, dass sie nachweisen konnten, was wir aus unserem Alltagsleben längst wissen, wenn wir uns Zeit nehmen, unsere Entscheidungen nachträglich zu überdenken.

Die Realität ist viel zu komplex, als dass wir sie vollständig erfassen könnten.

Keiner versteht die AGBs von Amazon und die des Telefonanbieters und die Gebrauchsanleitung des Smartphones und das Miet- und das Arbeitsrecht und das Rezept für ein gutes Sauerteigbrot,... ohne Zeit dafür investiert zu haben, mehr oder weniger. Deshalb verlassen wir uns alle in vielen Bereichen erst mal auf unser Bauchgefühl.

Wer mehr dazu wissen möchte, nehme sich Zeit für Daniel Kahneman und Amos Tversky, die mit sehr viel Freude am Forschen genau das herausgefunden haben und uns darauf aufmerksam machen, zu welchen Fehlern wir alle, auch sie selbst, immer neigen. Bislang sind wir ganz gut damit zur Recht gekommen. Doch bislang hatten wir es auch noch nicht geschafft, dass Klima in so großem Umfang zu beeinflussen und so viele Arten auszurotten und damit unsere Lebensgrundlagen in einem so großen Ausmaß zu zerstören.

Doch wir haben es bisher nicht geschafft, die Lehre aus diesen Erkenntnissen zu ziehen. Im Gegenteil.

Die Vorteile, die sich aus diesem Wissen ableiten lassen, genießen derzeit meist kommerzielle Nutzer, die diese menschliche Fehlerquellen für sich nutzen und uns Sachen verkaufen, die nicht gut für uns, unsere Miteinander, unsere Umwelt sind, eine schlechte Qualität haben und meist deutlich überteuert sind. Die Produktionsketten sind zu lang, zu intranparent als dass Verbraucher sie überschauen könnten.

Es wird Zeit, dass wir uns dafür stark machen, dass sich das ändert. Wie schaffen wir es, rationaler zu entscheiden? Wie schaffen wir es, künstliche Intelligenz intelligent mit menschlicher zu kombinieren?

Intelligent wäre es, wenn es uns gelänge, dass uns die künstliche Intelligenz uns darauf aufmerksam macht, wenn wir nicht rationale Entscheidungen treffen. Schön wäre eine App, die uns darauf aufmerksam macht, wenn wir eine Entscheidung fällen, die mit vielen CO2 Emissionen verbunden ist. Oder ein Produkt kaufen, das uns mit hoher Wahrscheinlichkeit schädigt.

Wenn wir rational entscheiden würden, dann hätten Influencer und andere Marketingwerkzeuge keine Möglichkeit mehr uns Produkte schmackhaft zu machen, die nicht halten, was die Werbebotschaft verspricht. Denn in unseren Rationalitätslücke überleben schlechte Produkte mit Hilfe exzellenter Marketingstrategien auf dem Markt.

Eigentlich hat Deutschland mit der Stiftung Warentest. und Ökotest zwei Testeinrichtungen, die das immer wieder aufdecken. Sie geben Hinweise, was überhaupt ein gutes Produkte ausmachen könnte und warnen, wenn giftige Inhaltsstoffe gefunden wurden. Doch leider nutzten nicht genug Menschen diesen Service, um wirklich eine Veränderung am Markt zu erreichen. Und leider sind die Ergebnisse zu unterschiedlich, als dass sich ein Muster für das schnelle Denken (Kahneman). von selbst entwickeln würde.

Das liegt daran, dass die Ergebnisse von Produkt zu Produkt schwanken. So kann es sein, dass auch mal ein teures Markenprodukt Testsieger eines verlässlichen Tests wird. Es kann aber auch sein, dass die Handelsmarken oder die Biomarken vorne liegen. Wären wir rationale EntscheiderInnen, würden wir uns vor jedem Einkauf schlau machen, einen unabhängigen Test zu Rate ziehen, um dann zu entscheiden. Nach einiger Zeit, hätten wir ein gutes, wenn auch nicht untrübliches Gefühl dafür, was eine gutes Produkt ausmacht. Wir würden zumindest tendenziell nicht mehr auf bezahlte Test- und Gütesiegel hereinfallen. Und wir würden Hersteller und Händler dazu drängen, wirklich auf Qualität zu achten.

Wie weit sind wir von einem so rationalen, intelligenten und kundenfreundlichen Einsatz von künstlicher Intelligenz entfernt Herr Stellpflug – nur Wochen oder Lichtjahre?

30.05.2019

Geld regiert die Welt

Wie weit sind wir von einem so rationalen, intelligenten und kundenfreundlichen Einsatz von künstlicher Intelligenz entfernt – nur Wochen oder Lichtjahre?

Das weiß ich nicht, denn ich bin kein Experte für künstliche Intelligenz. Mehr könnte ich nicht dazu sagen, wenn ich nicht bezweifeln würde, dass künstliche Intelligenz Verbraucher zu rationalem, intelligenten, Klima- und menschenfreundlichem Verhalten anleiten würde. Aber das wird auch die künstliche Intelligenz nicht schaffen. Ebenso wenig wie all die anderen Instrumente, die Verbrauchern ja schon heute und seit langem zur Verfügung stehen.

Gab es in der Zeit des aufkommenden Wirtschaftswunders in den 1960er Jahren lediglich die Informationen und die Werbung der Hersteller, bildeten sich schon bald Verbraucherschutz- und Testorganisationen, die neben den vielen unseriösen Labelvermarktern heute zuverlässige Informationen bereitstellten. Die sind in vielen Bereichen inzwischen sogar überflüssig, weil es vertrauenswürdige Siegel wie bio oder Fair-Trade gibt. Bei Lebensmitteln beispielsweise würde die Beachtung von fünf einfachen Regeln Verbraucher zu klima-, umwelt- und gesundheitsbewussten Konsumenten machen: regional, saisonal, bio, fair und möglichst wenig verarbeitet, mit möglichst wenigen Zusatzstoffen.

Das Bewusstsein für die Probleme ist heute in der Breite vorhanden – und auch das Wissen um die Lösungswege. Fragt man heute Verbraucher, ob sie bereit sind, für Fleisch aus artgerechter Tierhaltung mit dem Bio-Label einen Aufpreis zu bezahlen, findet man breite Zustimmung. Doch Bio-Fleisch hat einem Marktanteil von unter zwei Prozent. Denn tatsächlich gekauft wird das Billigfleisch beim Discounter oder im Supermarkt, das aus einer Massentierhaltung stammt, die jeden Appetit verderben müsste.

Auch sind die Verbraucher selbstverständlich gegen Kinderarbeit und für gerechte Löhne. Doch Lidl musste seinen Plan aufgeben, nur noch fair gehandelte Bananen zu verkaufen, weil die Kunden zu Aldi abwanderten, wo unfaire Bananen pro Kilo zehn bis 20 Cent (!) billiger waren. Denn gerade einmal 18 Euro pro Jahr (!) gaben die Verbraucher 2017 im Schnitt für fair gehandelte Lebensmittel und Handwerksprodukte aus. Selbst beim Vorzeigeprodukt Kaffee liegt der Fair-Trade-Anteil bei minimalen 4,5 Prozent.Als Tierversuche in der Kosmetik noch erlaubt waren, standen tierversuchsfreie Shampoos, Cremes und Lippenstifte in Meinungsumfragen ganz oben auf der Liste. Tatsächlich ist tierversuchsfreie Kosmetik jedoch nie über einen Marktanteil von 0,01 Prozent hinausgekommen.

Das Ergebnis der Europawahl lässt vermuten und hoffen, dass das Thema Klimaschutz inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die CO2 Emissionen des Autoverkehrs sind in den vergangenen Jahren dennoch gestiegen, weil mit tonnenschweren SUVs immer mehr und selbst kürzeste Wege gefahren werden. Zukünftig vielleicht mit einem Elektro-SUV. Doch die Lösung für die Klimaprobleme durch den Autoverkehr – auch das ist längst bekannt – sind nicht neue Technologien wie Elektroautos, sondern Fahrräder, öffentlicher Nahverkehr und die Bahn. Die helfen auch gegen Autolärm, Feinstaub und immer neue Autobahnen.

Ohne Zweifel gibt es eine Minderheit von Verbrauchern, die sich rational und intelligent verhält und durch ihr Verhalten gesellschaftliche Entwicklungen angestoßen und vorangebracht hat. Auch ohne künstliche Intelligenz.

Auch der große Rest verhält sich rational und intelligent. Allerdings im Sinne einer Erkenntnis, die Herzog Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg 1649 - 1691) zugeschrieben wird: Geld regiert die Welt. Dieses Wissen aus einer Zeit lange vor Erfindung der künstlichen Intelligenz sollten wir für den Weg in eine nachhaltige Zukunft nutzen. Machen wir nicht Verhalten, das nicht nachhaltig ist, unbezahlbar. Denn es kommt uns und nachfolgende Generationen teuer zu stehen.

01.06.2019

Aussagen, die mich bei der Klimadiskussion ärgern.

Wenn ein hochrangiger Vertreter des PIK im heute journal auf die Frage „Was können wir Verbraucher für das Klima tun?“, antwortet, „Weniger Fleisch essen.“

Warum?

Allein der Flug Berlin – London und zurück verursacht mehr CO2, als der durchschnittliche jährlicher Fleischkonsum eines Bundesbürgers (2008). Wir können durch unsere Essen schlicht nicht so viele Emissionen verursachen, wie beispielsweise durch unser Reiseverhalten. Hinzu kommt, alle tierischen Lebensmittel haben eine relativ ungünstige Emissionsbilanz, also auch Butter, Käse und Milch. Der Rat ist vielleicht nett gemeint, aber sehr unsinnig und verursacht maximal ein schlechtes Gewissen, das nicht zielführend ist, weil es die Menschen nicht ins intelligente Handeln bringt.

Volkswirtschaftlich mag die Fleischproduktion in der Emissionsbilanz von Deutschland eine Rolle spielen. Dann wäre der Adressat dieses Aufrufs die Politik, die sich für eine andere Produktionsweise stark machen müssten. Das würde viele Probleme in der Tierhaltung mit lösen, was sehr begrüßenswert wäre.

In der privaten Emissionsbilanz, um die es bei der Frage ging, spielt der Fleischkonsum, gerade bei gut verdienenden Menschen, die auf eine gesunde Ernährung achten, eine sehr untergeordnete Rolle. Ihre Emissionsschwerpunkte liegen eher beim Reiseverhalten, der Geldanlage oder dem energetischen Sanierungsbedarfs ihres Wohnraums.

Diese Antwort macht vielmehr deutlich, dass auch hochgebildete Menschen, die sich intensiv mit dem Klimawandel beschäftigen, offenbar kein Gefühl für ihre eigenen Emissionen haben. Entweder haben sie die Datenlagen bei solchen Aussagen vergessen oder sie haben sie sich noch nie bewusst gemacht. Aber wer, wenn nicht sie, ist dann in der Lage, den Menschen diese Informationen geben?

Wir sollten das ändern, damit wir intelligente Lösungen im privaten Bereich finden und umsetzten. Herzlich willkommen auf dem Klimasofa.

25.04.2019

Wenn Klimaschutz so wichtig ist, warum tun wir dann so wenig dafür?
Zweiter, kürzere Versuch der Erklärung.

Wir sind einseits zu ungeübt darin, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten, weil wir sie bislang als unerschöpflich erlebt haben. Und nun können wir uns schlicht nicht vorstellen, wie groß die Probleme sind, denen wir gegenüber stehen.

Uns ist meist gar nicht bekannt, wie wirkungsvoll und zerstörerisch wir täglich unterwegs sind. Das fängt bei den Reinigungsmitteln an und hört bei der Reiseplanung oder den Geldanlagemöglichkeiten nicht auf.

Und wir tun kollektiv so, als wären wir nicht dafür verantwortlich.

Dass sollten wir schnellstens ändern.

21.04.2019

Wenn Klimaschutz so wichtig ist, warum tun wir dann so wenig dafür?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil es viele Antworten dafür gibt. Hier kommt eine Antwort aus den Sozialwissenschaften, die mir sehr plausibel erscheint.

Der Statistiker Kahneman hat sich mit der Frage beschäftigt, wie wir uns behelfen, wenn wir für eine Entscheidung zu wenige Daten haben. Die Antwort ist plausibel, wir behelfen uns mit Faustregeln, sogenannten Entscheidungsheuristiken.

Eine Form davon sind Verfügbarkeitsheuristiken. Diese beruhen darauf, dass in unsere Entscheidungsfindung nur solche Informationen einbezogen werden, die wir uns angeeignet bzw. die wir persönliche erfahren haben, sprich auf die wir aktiv, mit wenig Aufwand zurück greifen können.

Somit ist die Frage leicht beantwortet, je weniger wir vom Klimawandel wissen und was wir damit zu tun haben, umso weniger wird dieser bei unserer Entscheidungsfindung eine Rolle spielen.

Was wissen Sie vom Klimawandel? Wann haben Sie sich je mit Ihrem persönlichen CO2 Fußabdruck beschäftigt? Wer bietet dazu verlässliche, gut verständliche Informationen an? Wie oft haben Sie sich bisher über dieses Thema mit anderen ausgetauscht? Wie gut kann dann also ihre Entscheidungsfindung in diesem Bereich sein?

Solange wir also nicht damit anfangen, uns über den privaten Klimaschutz schlau zu machen, so lange werden wir gut im backen, grillen oder Auto fahren sein, aber eben nicht im Klimaschutz. Und schon gar nicht im privaten Bereich. So werden wir kein Lösungen für die Probleme finden, für die unsere Kinder derzeit freitags demonstrieren gehen. Und der Umstand, dass sie es tun, zeigt, Klimaschutz ist wichtig.

Wir haben also zu wenige Informationen, zum Thema Klimaschutz und erst recht zum Thema, was können wir tun, um Klimaschutz intelligent zu gestalten. Warum sagt unser Gehirn dann nicht einfach, diese Frage kann ich nicht beantworten, dafür fehlen mir die Informationen? Genau das tut es nicht. Kahnemans Forschung zeigt, dass es genau das nicht tut. Es löst das Problem, indem es eine schwere nicht zu beantwortende Frage, durch eine einfachere ersetzt. War die Frage vorher: Wie sieht die klimafreundliche Entscheidung aus, heißt die neue vielleicht: welche Entscheidung würde mir gefallen?

Die Forschungsergebnisse von Daniel Kahneman. und Amos Tverky machen deutlich, dass wir in allen Lebenslaugen Gefahr laufen systematischen Fehlurteilen aufzusitzen, weil unsere Informationsblase schlicht zu klein ist für rationale Entscheidungen. Wir verfügen also nicht nur objektiv über zu wenig geeignete Informationen, wir merken es u.U. noch nicht einmal. Eine Schlussfolgerung könnte also sein, wir brauchen belastbare, verständliche Informationen, um unseren Lebensstil klimafreunlich umzubauen. Und wir brauchen sie so, dass wir leicht darauf zugreifen können. Und wir brauchen wirksame Kontrollen, die uns auf Fehler, die wir selbst übersehen, aufmerksam machen.

Wir sollten sensibel dafür werden, ob die Informationen, die wir haben, verlässlich sind und ob wir sie richtig gewichten.

So mag der Fleischkonsum volkswirtschaftlich betrachtet ein wichtiger Faktor beim Klimaschutz sein, in Ihrer persönlichen Bilanz kann er jedoch sehr unwichtig sein, wenn Sie in anderen Bereichen viele Emissionen verursachen. Die Ernährung ist deshalb im DELUXE Paket, weil Sie mit dem Essen schlicht nicht annährend so viele Emissionen verursachen können, wie mit Ihrer Geldanlage oder ihrem Urlaubsverhalten. Deshalb finden Sie klimafreundlichen Anregungen zu diesen Themen im BASIC Paket.

Noch viel bemerkenswerten finde ich jedoch, dass Kahneman, der für seine umfangreiche Forschung einen Nobelpreis bekommen hat, am Ende seiner Forschungskarriere zu dem Ergebnis kommt, dass ihm sein Wissen bei seiner persönlichen Entscheidungsfindung nicht weiterhilft. Vielmehr macht er deutlich, dass wir viel besser darin sind, die Fehler der anderen zu erkennen, als unsere eigenen.

Was sollten wir daraus lernen?

Wir sollten uns selbst um Informationen zum Thema Klimaschutz kümmern und diese in unsere Entscheidungen, möglichst intelligent integrieren. Klimaschutz alleine kann Spaß machen, bringt aber nichts. Wir sollten uns schon deshalb zusammenschließen, Gruppen finden, die uns bei unserem Vorhaben, klimafreundlich leben, aktiv unterstützen. Mit uns die neuesten Erfahrungen diskutieren, uns bei der Entscheidungsfindung helfen, unseren Rat einholen und uns mit gutem Rat zur Seite stehen. So können wir uns gegenseitig weiterbringen. Das ist wie im Sportverein, gemeinsam läuft es.

Ein weiterer Aspekt, der für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Bestand spricht, ist, dass die Informationen darüber, was wir konkret tun können, in sehr private Entscheidungen eingreift. Wo verbringen Sie Ihren Urlaub, wo legen Sie Ihr Geld an, wie gut saniert ist Ihr Haus/Ihre Wohnung und welchen Stromanbieter haben Sie? Wer ist berechtigt Ihnen diese Fragen zu stellen? Und wer sollte das freiwillig tun? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, die Menschen reißen sich nicht sich um solche Gespräche. Und doch ist es notwendig, wenn wir den Klimawandel intelligent in den Griff bekommen wollen.

Das Klimasofa bietet Ihnen konkrete Ansatzpunkte, wie Sie für sich und mit Ihren Freunden, Ihrer Familie, Ihrer Gemeinde, Ihrem Verein eine eigene Agenda schreiben können, damit das Thema Klimaschutz immer wieder ganz vorne bei Ihren Entscheidungen landet. Da wo das Thema hingehört. Und es bietet hoffentlich Ansatzpunkte, die Sie dabei unterstützt, wirklich wirkungsvolle Maßnahmen zu treffen.

20.04.2019

Wir leben in Kreisläufen, dass sollten wir uns klar machen!

Durch unsere Lebensweise, in der wir nur noch selten selbst herstellen was wir essen, sondern genießen, jederzeit alles günstig kaufen können, vergessen und verlernen wir, wie wichtig die Stoffkreisläufe um uns herum sind.

Und das hat seinen Preis. Denn wir vermischen sie sehr stark. Es gibt natürliche und künstliche bzw. technischen Kreisläufe. Und es wäre besser für uns, wenn wir diese strikter voneinander getrennt halten würden.

Bayreuther Forscher haben jetzt nachgewiesen, dass sich in unseren Böden bis zu 20-mal mehr Mikroplastik befindet als im Meer. Und sie haben festgestellt: Über die Nahrungskette kommt der Müll auch im menschlichen Körper an.

Es ist Zeit, dass wir uns Gedanken darüber machen, wie wir es schaffen, unsere Produkte in geschlossenen Kreisläufen zu führen. Auch das ist Klimaschutz. Beim climate couching würde ich das unter den Punkt Konsum packen.

Ich habe dafür auch keine schnelle Lösung, aber es macht mich wütend, wie sorglos wir unsere Lebensgrundlage zu Grunde richten. Das es Probleme gibt, wenn Lebensmittel verpackt in die Biogasanlagen kommen und danach einfach so auf Felder verteilt werden, ist klar. Deshalb ist es unfassbar, dass es bei uns offenbar erlaubt ist, dass dieser Materialmix zerkleinert einfach als Kompost auf unseren Feldern und damit in unserem Essen und unseren Körpern und der unserer Kinder landet. Ich kann nicht glauben, dass wir erst jetzt, da Menschen alleine bei einem Stuhlgang 200 Mikroplastikteile, bestehend aus Verpackungskunststoffen, ausscheiden, malwieder davon hören.

Und wer Lust hat, sich über Kreisläufe und intelligenten Konsum Gedanken zu machen, dem kann ich zwei zero waste Workshops anbieten:
• zero waste Kindergeburtstage
• zero waste Snacks.
Wenn sich eine Gruppe findet, suchen wir uns einen Raum und legen einfach los.

25.03.2019

Visionen von Frauen für nachhaltige Mobilität

Podiumsdiskussion mit dänischen und deutschen Expertinnen
28.03.2019 um 19 Uhr
Nordische Botschaften Dänemark, Felleshus